Aufbewahrungsort Breslau / Wrocław, Universitätsbibl., Cod. Mil. VIII, 3
[früher Görlitz, Milichsche Bibl., Cod. 19 X 3 in 8°]
Codex 367 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Lat.-dt. Schulhs., darin
zwischen Johannes de Garlandia: 'Poenitentiarius' (lat.-dt.) und  'Lapillus de scholasticali informatione' (lat.-dt.) [s.u. Ergänzender Hinweis]

Bl. 210r-259v: Freidank (Grimm2 S. XII [3] = Bezzenberger S. 52 [3]),
Corpus-Sammlung mit Titelspruch 1,1-4 (Autornennung), lat.-dt., 1016 dt. und 1003 lat. Verse, die lat. Fassung jeweils vorangestellt (in zwei Fällen fehlt der dt. Text)
(Bestand und Anordnung siehe Edition Joachim)
Blattgröße 155 x 110 mm
Schriftraum 110 x 70 mm
Spaltenzahl 1
Zeilenzahl 13-24
Versgestaltung Verse überwiegend abgesetzt
Besonderheiten Schreibernennung: est finis illius libri [...] datus in abenberg per honorandum Henricum Stolberger sub anno domini MCCCC XLIX (Bl. 286v) [s.u. Ergänzender Hinweis]
Entstehungszeit 1449
Schreibsprache ostmd.
Schreibort Amberg (?)
Abbildung Henkel S. 90 (Bl. 210r)
Literatur
  • Wilhelm Grimm (Hg.), Freidank, 2. Ausgabe, Göttingen 1860, S. XIII. [online]
  • Ernst Emil Struve (Hg.), Verzeichniss der Handschriften und geschichtlichen Urkunden der Milich'schen (Stadt- oder Gymnasial-)Bibliothek in Görlitz [bearbeitet von Theodor Neumann]. [Anhang zu:] Neues Lausitzisches Magazin 44 (1868), S. 1-48 und 45 (1869), S. 49-154, hier Bd. 45 (1869) S. 49. [online (als Anhang zu Bd. 45)]
  • Heinrich Ernst Bezzenberger (Hg.), Frîdankes Bescheidenheit, Halle 1872 (Nachdruck Aalen 1962), S. 52. [online]
  • Robert Joachim (Hg.), Freidanks Bescheidenheit, lateinisch und deutsch nach der Görlitzer Handschrift veröffentlicht, in: Neues Lausitzisches Magazin 50 (1873), S. 217-334 [Abdruck]. [online]
  • Berndt Jäger, "Durch reimen gute lere geben". Untersuchungen zu Überlieferung und Rezeption Freidanks im Spätmittelalter (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 238), Göppingen 1978, S. 43f., 55, 95f., 136, 182f., 185, 186, 190, 191, 192, 216, 249, 276.
  • Nikolaus Henkel, Deutsche Übersetzungen lateinischer Schultexte. Ihre Verbreitung und Funktion im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Mit einem Verzeichnis der Texte (MTU 90), München 1988, S. 90, 265f., 356 [mit falscher Angabe der alten Görlitzer Signatur].
  • Handschriftencensus / Marburger Repertorium deutschsprachiger Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts [online]
Ergänzender Hinweis Werktitel "Lapillus de scolasticali informatione" lt. freundlichem Hinweis von Sandy Rücker (Mildenau), die weiterhin mitteilt: "Im 'Lapillus' wird mehrfach Chemnitz genannt, woraus wir schlussfolgern können, dass der Text an der Chemnitzer Lateinschule gelesen wurde. Inhaltlich orientiert er sich an anderen 'Carmina scolarium', verbindet also 'litterae' und 'mores' und liefert in Form von Geboten und Anweisungen Verhaltensregeln für die Schüler, die das Verhalten im Unterricht, das Verhalten im Alltag, das Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen regeln. Henricus Stolberger wiederum ist der Verfasser des 'Lapillus', möglicherweise auch der Schreiber der Handschrift. Über Herrn Stolberger habe ich zahlreiche Informationen zusammengetragen, die ihn als Chemnitzer und Amberger Schulmeister belegen. Er stammte aus Amberg, hat zunächst in Heidelberg studiert, war dann Schulmeister an den Lateinschulen in Chemnitz und Amberg, hat dann das kanonische Recht studiert, hatte daraufhin ein geistliches Amt inne und stand mit Hartmann Schedel in Kontakt und hat für ihn gearbeitet. Ich schreibe derzeit meine Masterarbeit über den 'Lapillus' (einschließlich Edition der deutschen Verse), ein Tagungsbeitrag dazu ist im Druck, weiterhin plane ich einen Lexikonartikel zu Stolberger und zum 'Lapillus'."
Juni 2013

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